Ein Ostergedicht

Das Osterfest, das hat Gewicht,
schreib' mal darüber ein Gedicht!
So sprach zu mir mein Redakteur,
ging dann zu seinem Starfriseur.

Mit dem Problem ließ er mich sitzen,
jetzt muß ich über Reime schwitzen. 
Bei Dichtern könnt' ich online schau'n,
darf aber nicht von ihnen klau'n.

Tucholsky ließ den Osterhas'
die Eier legen in das Gras.
Dem Möricke war's einerlei,
ob zuerst Henne oder Ei.

Beim Geibel mußten Lerchen steigen,
um jubelnd Ostern anzuzeigen. 
Dem Heine zog ein Frühlingslied
lieblich läutend durchs Gemüt.

Herrn Eichendorff konnt' nichts verdrießen,
er sah das Gras aus Gräbern sprießen.
Der Goethe putzte Menschen schön,
ließ sie im Fest spazieren geh'n.

Ich werde mich nach Goethen richten,
das sag' ich jetzt dem Redakteur.
Soll doch mein Chef alleine dichten,
ich will auch Ostereier sichten.
Doch vorher geh' ich zum Friseur.


Manfred Hansherbert Schmidt
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