2. Glückssonett

Moment noch, deine Lippen kühlt der Wind,
als meine Zungenwärme innehält.
Dich spüren, hat mir deinen Sinn erhellt:
Ich bin in unsrem Kusse Glückes Kind.

Bevor die Wärme ganz verkühlt, geschwind
Hab ich mich näher vor dich hin gestellt
Und dich mit allem was auch dir gefällt
Berührt, bis sich die Lippen einig sind.

Solch Gleichklang schwingt durch jeden Augenblick,
Da Lippen, Zungen gleicher Sprache sind,
Bevor ein jede andern Aufschlag spricht.

So halt ich fest dein lebendes Gesicht
Versink in Lippen, bis die Zeit gerinnt.
Denn nur den einen Kuss lang küsst das Glück.

Detlef Fischer
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Glückssonett

Am Tunnel Ende winkt als helles Licht
Das Glück. Es flieht in silberhellem Kleid.
Nach dieser Sehnsucht renne ich so weit
Ich kann. Doch näher komme ich ihr nicht.

Durch meinen Tunnelblick verengte Sicht,
Seh ich den Lichtpunkt nur, spür keine Zeit.
So renn ich durch den Tunnel eine Ewigkeit,
Bis ich ganz nah gewahre Glücks Gesicht:Ich bin das Licht, das deine Augen fand,
Nur hast du mich geblendet übersehn.
Was auch die Angst vor Morgen zu dir spricht,

Denn hellem Strahlen folgt das Schattenland,
Dem du zu fliehen hoffst, musst du verstehn:
Der Tunnel, dem du folgst, ist voller Licht!“

Detlef Fischer