Der Sommer ist da

Es wird jetzt Zeit, daß du kommst nach Hause,

Der Sommer hat sich auf das Land gelegt,

Dein Garten träumt von dir, ist ungepflegt,

Und deine Rosen duften ohne Pause.

Jetzt ist die Zeit, da alle Früchte reifen,

Gesänge durch die bunten Gärten ziehn,

Wo alle Blumen um die Wette blühn,

Wir sonnentrunken nach den Wolken greifen.

Der Sommer hat jetzt seine hohe Zeit,

Die Tage lodern hell wie Brände,

Es locken Seen, weiße Strände,

Dein Urlaub dort ist nun zu Ende.

Komm mit jetzt! In des Sommers Fröhlichkeit!

Manfred Hansherbert Schmidt

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Ein Ostergedicht

Das Osterfest, das hat Gewicht,
schreib' mal darüber ein Gedicht!
So sprach zu mir mein Redakteur,
ging dann zu seinem Starfriseur.

Mit dem Problem ließ er mich sitzen,
jetzt muß ich über Reime schwitzen. 
Bei Dichtern könnt' ich online schau'n,
darf aber nicht von ihnen klau'n.

Tucholsky ließ den Osterhas'
die Eier legen in das Gras.
Dem Möricke war's einerlei,
ob zuerst Henne oder Ei.

Beim Geibel mußten Lerchen steigen,
um jubelnd Ostern anzuzeigen. 
Dem Heine zog ein Frühlingslied
lieblich läutend durchs Gemüt.

Herrn Eichendorff konnt' nichts verdrießen,
er sah das Gras aus Gräbern sprießen.
Der Goethe putzte Menschen schön,
ließ sie im Fest spazieren geh'n.

Ich werde mich nach Goethen richten,
das sag' ich jetzt dem Redakteur.
Soll doch mein Chef alleine dichten,
ich will auch Ostereier sichten.
Doch vorher geh' ich zum Friseur.


Manfred Hansherbert Schmidt

2. Glückssonett

Moment noch, deine Lippen kühlt der Wind,
als meine Zungenwärme innehält.
Dich spüren, hat mir deinen Sinn erhellt:
Ich bin in unsrem Kusse Glückes Kind.

Bevor die Wärme ganz verkühlt, geschwind
Hab ich mich näher vor dich hin gestellt
Und dich mit allem was auch dir gefällt
Berührt, bis sich die Lippen einig sind.

Solch Gleichklang schwingt durch jeden Augenblick,
Da Lippen, Zungen gleicher Sprache sind,
Bevor ein jede andern Aufschlag spricht.

So halt ich fest dein lebendes Gesicht
Versink in Lippen, bis die Zeit gerinnt.
Denn nur den einen Kuss lang küsst das Glück.

Detlef Fischer

Glückssonett

Am Tunnel Ende winkt als helles Licht
Das Glück. Es flieht in silberhellem Kleid.
Nach dieser Sehnsucht renne ich so weit
Ich kann. Doch näher komme ich ihr nicht.

Durch meinen Tunnelblick verengte Sicht,
Seh ich den Lichtpunkt nur, spür keine Zeit.
So renn ich durch den Tunnel eine Ewigkeit,
Bis ich ganz nah gewahre Glücks Gesicht:Ich bin das Licht, das deine Augen fand,
Nur hast du mich geblendet übersehn.
Was auch die Angst vor Morgen zu dir spricht,

Denn hellem Strahlen folgt das Schattenland,
Dem du zu fliehen hoffst, musst du verstehn:
Der Tunnel, dem du folgst, ist voller Licht!“

Detlef Fischer

 

Im Park

Ich saß im Park unter einem Baum
Auf der Wiese war buntes Treiben
Bei Kaffee to go versuchte ich
Meine Gefühle aufzuschreiben

Die Luft war leicht und voller Duft
Die Kinder spielten Blinde Kuh
Ein Kätzchen wälzte sich im Gras
Und ich kam langsam zur Ruh

So schaute ich dem Leben zu
Und vergaß dabei mein Gedicht
Doch als ich später nach Hause ging
Lag ein Lächeln auf meinem Gesicht

Ilona Barschke 2011

Wenn ich Gedichte schreibe

Wenn ich Gedichte schreibe
vergess` ich Raum und Zeit
mir ist als ob ich treibe
von aller Last befreit

Ich fühle leise Schwingen
wie eine Melodie
und kleine Verse werden
zu einer Sinfonie

Wenn ich Gedichte schreibe
kehrt Ruhe in mir ein
ich schwebe sacht nach Innen
und löse mich vom Sein

Ich möcht´ so viel noch schreiben
so viel was ungedacht
und meine Ruhe finden
in einer Sommernacht

Ilona Barschke 2011